First European Sakya Monlam 

Vom 9. bis 11. August 2019 fand das First European Sakya Monlam in Antwerpen in Belgien statt. Das dreitägige Fest wurde von bis zu 2500 Menschen besucht, in der Mehrzahl Tibeter aus allen Teilen Europas, meist zusammen mit ihren Familien, aber auch von vielen Nicht-Tibetern aus der ganzen Welt. Antwerpen wurde als Veranstaltungsort gewählt, weil dort inzwischen die größten Gemeinde von Exil-Tibetern in Europa lebt. Das Mönlam wurde von S.H. Sakya Trichen geleitet und von etwa 70 Ordinierten, Lamas und Khenpos begleitet.

Ein Mönlam Chenmo (Feier des Großen Gebets) ist ein mehrtägiges Fest, bei dem von Mönchen und Laien Wunschgebet und Langlebensgebete rezitiert werden. Man vertraut dabei auf die Kraft der Gebete. Die Kraft entsteht nicht durch das Rezitieren der Worte sondern durch die Konzentration auf die Bedeutung. Kabgyön Gongma Sakya Trichen betont bei seinen Belehrungen immer wieder, wie wichtig unsere Motivation ist. Im Mahayana ist unsere Motivation die Befreiung zum Wohl aller Lebewesen zu erreichen. Aus dieser Motivation entsteht dann der Wunsch Liebe, Mitgefühl und Bodhicitta zu verwirklichen. Dieser Wunsch wird durch Wunschgebete zum Ausdruck gebracht. Eines der wichtigsten Gebete das rezitiert wird ist das Samantabhadra Wunschgebet, das “König der Wunschgebete” auf Sanskrit : Arya (Samanta-) Bhadracharya Pranidhana Raja, auf Tibetisch : 'Phagpa (Kuntu) bZangpo sByodpai sMonlam gyi rGyalpo. Es stammt aus der Avatamsaka-Sutra und wird auf Tibetisch rezitiert. Wer dieses Wunschgebet mit der Mahayana-Motivation und aus tiefem Herzen rezitiert, schafft dadurch die beste Grundlage für den eigenen Bodhisattva Weg.

Neben dem spirituellen Aspekt ist das Mönlam auch ein soziales Event. Man kleidet sich traditionell, es gibt Buttertee und tibetisches Essen und das wichtigste ist man trifft alte Bekannte und Freunde und knüpft neue Verbindungen.

Am Ende des Mönlams gab S. H. Sakya Trichen eine Langlebens-Einweihung und den Segen für jeden einzelnen Teilnehmer. Obwohl für die Veranstaltung kein Eintritt erhoben wurde und auch für Tee und Gebäck nichts bezahlt werden musste, konnten durch die freiwilligen Spenden der Teilnehmer nicht nur die Einnahmen gedeckt werden, sondern es blieb auch ein ansehnlicher Betrag übrig, mit dem das nächste Mönlam in 2020 in Paris vorfinanziert wird.

Grenzenlos ist der Raum, 
ebenso grenzenlos ist die Anzahl der Lebewesen,
ohne Grenzen sind Karma und Leiden, 
möge mein Bestreben gleichermaßen grenzenlos sein.
(aus dem Samantabhadra Wunschgebet)